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Anbaugebiete in Südwestfrankreich 56 Anbaugebiete
Südwestfrankreich - Beschreibung
Die Region (frz. Sud-Ouest) zählt zu den ältesten Weinbaugebieten Frankreichs. Geographisch zählt dazu das Gebiet zwischen dem die östliche Grenze bildenden Zentralmassiv (Massif Central) und der Atlantikküste im Westen bis in den Süden zu den Pyrenäen an der Grenze zu Spanien. Administrativ handelt es sich um die ehemaligen Regionen Midi-Pyrénées und Aquitanien, die vor der Gebietsreform im Jahre 2016 bestanden haben.
Historie
Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) bezeichnete die von ihm eroberte römische Provinz zwischen dem Fluss Garonne und den Pyrenäen erstmals als Aquitanien (frz. Guyenne). Kaiser Karl der Große (742-814) verleibte es dem fränkischen Reich ein. Nach wechselvoller Geschichte als eigenständige Grafschaft, der Hinzugewinnung der Gascogne und dann unter englischer Herrschaft ab Mitte des 12. Jahrhunderts kam das Gebiet erst 1453 endgültig zu Frankreich.
Im Mittelalter kultivierten hier die katholischen Orden den Weinbau, wobei sich besonders der katholische Orden der Zisterzienser verdient machten. Der Bedarf der Holländer ab dem 17. Jahrhundert nach Brannt- und Süßweinen prägte den Weinstil. Zu dieser Zeit wurde der Name Haut-Pays (Ober-Land - flussaufwärts ab Bordeaux) gebräuchlich. Die Weine standen aber lange Zeit im Schatten des Bordelais. Der Weinverkauf erfolgte vom Hafen in Bordeaux aus und alle anderen Gebiete mussten so lange warten, bis der komplette Wein von dort verschifft war.
Klima & Boden
Das riesige Gebiet Südwest-Frankreichs weist große klimatische Unterschiede auf, die stark von der Entfernung zum Atlantik, der Nähe zu den Pyrenäen und den Flusstälern von Dordogne, Garonne und Adour geprägt werden. Im Westen dominiert ein maritimes Klima mit milden Wintern, feuchten Frühjahren und moderaten Sommern, während die östlichen, höher gelegenen Bereiche am Rande des Zentralmassivs zunehmend kontinental geprägt sind, mit kälteren Wintern und heißen, trockenen Sommern. Im Süden sorgen die Pyrenäen für Föhneffekte und warme, trockene Winde.
Die Böden zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus. In den Flusstälern sind vor allem Kies- und Sandböden vorzufinden, an den Hängen und höheren Lagen dominieren Kalkstein, Schiefer, Mergel und teilweise Lehm-Löss-Böden. Diese geologische Vielfalt ermöglicht den Anbau einer breiten Palette autochthoner und klassischer Rebsorten, die in Verbindung mit dem Klima sehr unterschiedliche, charaktervolle Weinstile hervorbringen.
Weinbau und Rebsorten
Südwest-Frankreich wird auch als „Reben-Museum“, denn es gibt viele sehr alte autochthone Rebsorten, die zunehmend wieder kultiviert werden. Dies sind unter anderem Arrufiac, Baroque, Duras, Fer, Lauzet, Len de l’El, Mauzac Blanc, Manseng Noir, Négrette und Tannat. Diese verleihen den Weinen eine eigenständige, typische Note. Aber es sind auch die klassischen Bordeaux-Sorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc und Sémillon vertreten.
Appellationen
Zur Weinbauregion zählen alle Anbaugebiete Südwestfrankreichs mit Ausnahme von Bordeaux. Die Rebflächen umfassen insgeamt 160.000 Hektar. Das ist so viel wie Deutschland und Österreich gemeinsam. Man unterscheidet die Region in fünf größere Teilbereiche, die unterschiedliche Weinstile mit eigenständigem Charakter produzieren. Im Zentrum liegt die berühmte Weinbrand-Region Armagnac, viel älter als das bekanntere Cognac. Der Norden wird vom großen Bereich Bergerac dominiert, südlich davon liegt Cahors. Im Osten liegt das geschichtsträchtige Gaillac. Und in der Südwestecke am Rande der Pyrenäen befinden sich die zwei Bereiche Jurançon und Madiran:
- Armagnac (AOC)
- Atlantique (IGP)
- Béarn, Béarn-Belocq (AOC)
- Bergerac, Côtes de Bergerac (AOC)
- Blanquette de Limoux (AOC)
- Buzet, Côtes de Buzet (AOC)
- Cabardès, Côtes du Cabardès et de l’Orbiel (AOC)
- Cahors (AOC)
- Charentais (IGP)
- Comté Tolosan (IGP)
- Corrèze (AOC)
- Coteaux du Quercy (AOC)
- Côtes de Gascogne (IGP)
- Côtes de Duras (AOC)
- Côtes de Millau (AOC)
- Côtes de Saint-Mont (AOC)
- Côtes du Brulhois (AOC)
- Côtes du Marmandais (AOC)
- Côtes du Tarn (IGP)
- Floc de Gascogne (AOC)
- Fronton - bis 2004 Côtes du Frontonnais (AOC)
- Gaillac, Gaillac Doux, Gaillac Méthode Gaillacoise, Gaillac Prèmieres Côtes (AOC)
- Irouléguy (AOC)
- Jurançon (AOC)
- Lavilledieu (IGP)
- Madiran (AOC)
- Marcillac (AOC)
- Monbazillac (AOC)
- Montravel, Côtes de Montravel, Haut-Montravel (AOC)
- Pacherenc du Vic-Bilh (AOC)
- Pécharmant (AOC)
- Rosette (AOC)
- Saint-Sardos (AOC)
- Saussignac (AOC)
- Tursan (AOC)
- Vins d’Entraygues et du Fel (AOC)
- Vins d’Estaing (AOC)
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