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Österreich - Beschreibung

Die Bundesrepublik Österreich in Mitteleuropa mit der Hauptstadt Wien umfasst 83.883 km² und ist in neun Bundesländer gegliedert. Sie grenzt im Norden an Deutschland und Tschechien, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien sowe im Westen an die Schweiz und Liechtenstein. Mehr als 70% des Gebietes sind gebirgig. Der Weinbau ist auf den Osten des Landes konzentriert, wo sich auch alle als DAC definierten Weinbaugebiete befinden. Eine Besonderheit ist Wien, wo es in großem Umfang Qualitätsweinbau gibt.

Österreich - Landkarte, Flagge un d Wappen

Historie

In Österreich wird bereits seit der Zeit der Besiedlung durch die Kelten vor etwa 3.000 Jahren Weinbau betrieben. Die zwei Gemeinden Zagersdorf (Burgenland) und Stillfried (Niederösterreich) gelten als älteste Weinbaugemeinden Österreichs. In beiden Orten wurden Traubenkerne gefunden, die aus der Zeit 700 bzw. 900 v. Chr. stammen und eindeutig der europäischen Rebenspezies Vitis vinifera zuzuordnen sind. Die Aufhebung des durch Kaiser Domitian (51-96) erlassenen Auspflanzverbotes von Rebstöcken außerhalb Italiens durch Kaiser Probus (232-282) wirkte sich positiv auf den Weinbau aus. Denn damit begann in den römischen Provinzen Noricum (Oberösterreich und Niederösterreich) und Pannonien (Burgenland) eine geordnete Weinbaukultur. In den fast 200 Jahre langen Wirren der Völkerwanderung ab Ende des vierten Jahrhunderts kam der Weinbau durch viele Verwüstungen fast zum Stillstand.

Mittelalter

Eine Wiederbelebung von breitflächigem Weinbau erfolgte erst wieder ab dem 9. Jahrhundert unter großem Einfluss von Kaiser Karl dem Großen (742-814) mit auch weingesetzlichen Belangen. Besondere Verdienste um den Weinbau sind den römisch-katholischen Mönchsorden der Benediktiner und Zisterzienser zuzuschreiben. Im Mittelalter waren das vor allem deren Klöster Stift Göttweig (Kremstal), Stift Klosterneuburg (Wagram), Stift Melk (Wachau) und Stift Heiligenkreuz (Thermenregion) Träger der Weinbaukultur. Einen wichtigen Beitrag leistete auch das inzwischen aufgelassene Dinstlgut (Wachau, Niederösterreich). Die älteste österreichische Weinbauordnung mit Regelungen bezüglich Arbeitszeit und festgelegten Strafen bei Weintraubendiebstahl stammt vom Habsburger Herzog Albrecht II. (1298-1358) aus dem Jahre 1352. Bereits im Mittelalter gab es auch eine Einteilung in Weinqualitäts-Klassen.

größter Rebflächenumfang

Im 16. Jahrhundert erreichte der Weinbau in Österreich seinen Höhepunkt, die Rebfläche war mit rund 150.000 bis vielleicht sogar 200.000 Hektar zumindest dreimal so groß wie heute. Der Salzburger Mönchsberg war ebenso mit Reben bepflanzt wie die Abhänge des Semmering. Es gab Weingärten bei Linz (Oberösterreich), bei Salzburg und in großem Umfang auch in Kärnten und Tirol. Und die Hauptstadt Wien ist buchstäblich auf Weingärten erbaut.

Weinbuch Johann Rasch

Das Weinbuch des Geistlichen Johann Rasch (1540-1612) beschreibt ausführlich den Weinbau, die Kellereitechniken und die Trinkkultur dieser Zeit (siehe Bild). Durch das Aufkommen des Bieres, hohe Abgabenbelastungen und den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) kam es aber im 17. Jahrhundert zu einem Niedergang. Probleme brachte vor allem die Steuer, auch Ungeld genannt, denn sie wurde innerhalb von nur zwölf Jahren von 10% auf 30% erhöht. Dies führte dazu, dass viele Weingärten gerodet und stattdessen Weizen oder andere Produkte angebaut wurden. Nun wurden minderwertige Rebsorten bevorzugt und daraus billiger Massenwein gewonnen.

Rasch Johann - Buch und Kalender

Heuriger

Unter Maria Theresia (1717-1780) entstanden viele Essig-Siedereien, Schnaps-Brennereien und Senf-Herstellung aus Traubenmost. Von Kaiser Josef II. (1741-1790) wurde am 17. August 1784 in einem schriftlichen Erlass erlaubt, die eigene Fechsung auch im eigenen Haus zu verkaufen. Er legte damit den Grundstein für den Heurigen. Im 19. Jahrhundert kam es zu einigen Katastrophen. Ein extremer Kälteeinbruch, aus Amerika eingeschleppte Pilzkrankheiten, sowie als negativer Höhepunkt die Reblaus verwüsteten ganze Weinbaugebiete. Nach Österreich gelangte der Schädling vermutlich im Jahre 1867, als August-Wilhelm Freiherr von Babo (1827-1894), Direktor des 1860 gegründeten Klosterneuburger Weinbauinstituts, aus Deutschland amerikanische Rebstöcke geschenkt bekam.

Schaumwein & Hochkultur

 Robert Schlumberger (1814-1879) stellte 1846 seinen nach der Méthode champenoise produzierten „Vöslauer weißen Schaumwein“ vor, der zu einem großen Erfolg wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die alten Strukturen durch Rationalisierung und Mechanisierung geändert. Die Umstellung auf die neue Erziehungsform der Hochkultur durch Lenz Moser III. (1905-1978) in Rohrendorf bei Krems (NÖ) ermöglichte den Einsatz modernster Geräte.

Weinskandal 1985

Durch Verwendung von Diethylenglykol zwecks Süßung von Weinen kam es 1985 zu einem Weinskandal. Dadurch wurden aber in Österreich strengere Gesetze und vor allem Kontrollen eingeführt, was entscheidend zur Qualitäts-Verbesserung beitrug. Im Jahre 1993 wurde das Projekt Zertifizierung von Rebstöcken mit dem Ziel gestartet, durch Analysen und Auswahl möglichst gesunden Rebstockmaterials die Qualität langfristig zu steigern.

Klima & Böden

Österreich ist durch ein kontinental-pannonisches Klima mit kalten Wintern und heißen, trockenen Sommer mit langem Vegetationszyklus geprägt. Sonnige Sommertage mit oft kühlen Nächten und milde Herbsttage sind typisch für die meisten Weinbaugebiete. Die jährlichen Niederschläge betragen im Durchschnitt im Osten 400 mm und in der Steiermark bis 800 mm. Einen positiven Einfluss üben die Donau und die Nebenflüsse Krems und Kamp sowie der Neusiedlersee im Burgenland aus. An den Ufern reifen im späten Herbst häufig Weintrauben der Prädikatsstufen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese (bzw. Ausbruch) heran. Durch die häufig sehr tiefen Temperaturen vom Dezember bis Januar ist im Osten auch eine beachtliche Produktion von Eiswein möglich.

Die Höhenlage der meisten Weingärten beträgt etwa 200 m, in Niederösterreich bis 400 m, die höchstgelegenen Weinberge befinden sich in der Steiermark bis 560 m und Tirol in 1.000 m Seehöhe. Die Weinbaugebiete liegen zumeist in gemäßigten Klimazonen, etwa auf dem 47. und 48. Breitengrad; in etwa vergleichbar mit dem französischen Burgund. Die Bodentypen sind recht unterschiedlich. In Niederösterreich herrschen im Weinviertel und im Donautal Löss, im Kremstal und in der Wachau Urgestein und in der Thermenregion Kalk vor. Im Burgenland bestehen die Böden hauptsächlich aus Schiefer, Lehm, Mergel, Löss und Sand, sowie in der Steiermark aus Braunerde und Vulkanböden.

Österreich - Weinbauregionen

Weinbaubereiche

Österreich ist in drei Weinbauregionen gegliedert. Das sind Weinland (mit den generischen Weinbaugebieten Burgenland, Niederösterreich und Wien), Steirerland (Steiermark) und Bergland (die restlichen fünf Bundesländer). Die vier Bundesländer Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Wien sind generische Weinbaugebiete. Außer Wien (sowohl generisches und spezifisches Weinbaugebiet) sind die anderen drei in spezifische Weinbaugebiete gegliedert. Alle Weinbaugebiete liegen in der europäischen Weinbauzone B (Deutschland großteils in A). Ab dem Jahrgang 2002 wurde das herkunftsspezifische DAC-System (Districtus Austriae Controllatus) eingeführt.

Österreich - Karte der generischen Weinbaugebiete

WEINBAUREGION
Weinbaugebiet

Betriebe
2015

Betriebe
2022

Hektar
2017

Hektar
2022

GESAMT-ÖSTERREICH

14.111

10.763

46.515

44.728

WEINLAND (Burgenland, NÖ, Wien)

11.874

8.672

41.104

39.422

Burgenland

3.229

2.476

13.100

11.772

Eisenberg DAC (vormals Südburgenland) 708 670 515 511
Leithaberg DAC (vormals Neusiedlersee-Hügelland) 924 579 3.097 2.875
Mittelburgenland DAC 358 234 2.104 2.035
Neusiedlersee DAC 1.339 886 6.675 6.110
Rosalia DAC - 107 515 241
Ruster Ausbruch DAC - - - -

Niederösterreich

8.269

6.034

28.145

27.074

Carnuntum DAC 282 207 906 832
Kamptal DAC 823 585 3.907 3.574
Kremstal DAC 747 587 2.368 2.252
Thermenregion DAC 693 554 2.182 1.872
Traisental DAC 451 382 815 848
Wachau DAC / Vinea Wachau Nobilis Districtus 502 455 1.344 1.323
Wagram (vormals Donauland) 926 638 2.720 2.459
Weinviertel DAC 3.791 2.621 13.858 13.911
ohne Weinbaugebiet 54 5 45 2

Wien DAC

276

162

637

575

STEIRERLAND (Steiermark)

2.085

1.886

4.633

5.086

Südsteiermark DAC 623 580 2.563 2.788
Vulkanland Steiermark DAC (vormals Südoststeiermark) 1.199 1.058 1.524 1.657
Weststeiermark DAC 261 246 546 641
ohne Weinbaugebiet 2 2 0,3 0

BERGLAND 

162

205

237

220

Kärnten - 87 170 123
Oberösterreich - 74 45 78
Salzburg - 1 7 0,1
Tirol - 34 5 14
Vorarlberg - 9 10 5

 

Österreich - Karte der spezifischen Weinbaugebiete

Weinbaubetriebe und Produktionsmengen

Die Zahlen stammen aus 2022 im Vergleich zu 2015 (Betriebe) und 2017 (Rebflächen). Die Betriebsanzahl hat sich von 45.380 mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 1,28 Hektar (1987) auf 20.181 mit 2,26 Hektar (2009), auf 14.133 mit 3,2 Hektar (2017) auf schließlich 10.763 mit 4,2 (2022) auf rund ein Viertel der Betriebe extrem reduziert.

Die Kleinbetriebe (Verkaufsmenge unter 5.000 l) hat sich halbiert. Viele kleine Winzer mit einem Hektar und weniger haben ihre Flächen an größere Betriebe verkauft oder die Bewirtschaftung aufgegeben. Die Zahl der Erzeugerabfüller von Qualitätswein ist von knapp 6.500 Betrieben im Jahre 2009 auf rund 4.000 Betriebe gesunken. Die Anzahl der leistungsfähigen Betriebe über 30.000 Liter ist hingegen von rund 970 im Jahre 2009 auf 1.450 gestiegen. Diese Betriebe stellen die Speerspitze der österreichischen Weinwirtschaft dar.

Rebflächen und Rebsorten

Mit dem System INVEKOS werden alle bestockten Rebflächen digital erfasst. In Österreich sind 26 Weißwein- und 14 Rotweinsorten als Qualitätswein-Rebsorten definiert. Die Bezeichnungen Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Blauer Burgunder, Rheinriesling und Blaufränkisch sind für „Wein mit und ohne Rebsorte/Jahrgang“ nicht zulässig, um Verwechslungen durch vermeintlich darauf hinweisende Herkunftsgebiete (Burgund, Rhein, Franken) auszuschließen. Stattdessen sind für diese Weine die Bezeichnungen Pinot Blanc, Pinot Gris, Pinot Noir und Riesling erlaubt. Außerdem gibt es für diese Weine zusätzlich erlaubte Rebsorten.

Entwicklung ab 1951

Der größte Umfang der Rebfläche ergab sich im Jahre 1980 mit 59.545 Hektar. Österreich ist ein typisches Weißweinland, spezielle Rotweingebiete sind die Weinbaugebiete Mittelburgenland, Südburgenland, Weststeiermark und Thermenregion. Die Rotweinflächen sind in den letzten 70 Jahren laufend gestiegen, seit 1951 hat sich der Anteil von 10% auf 32% gesteigert bzw. vervierfacht. Dieser Trend wurde aber zuletzt gestoppt.

Im Jahre 2022 umfassten die Weingärten insgesamt 44.728 Hektar Rebfläche. Gegenüber dem Jahre 2016 mit 4.633 Hektar war dies eine Reduktion um 1.787 Hektar (3,8%). Davon sind 30.300 Hektar (68%) mit Weißweinsorten und 14.428 Hektar (32%) mit Rotweinsorten bestockt. Die Bio-Weingartenfläche in Österreich belief sich 2021 auf 6.976 Hektar, das entsprach 15,3% der Gesamtfläche. Davon Burgenland 2.280, NÖ 3.866, Steiermark 569 und Wien 202 Hektar. Diese Fläche wird von 873 Betrieben bewirtschaftet. Die Rebflächen-Entwicklung seit 1951:

Österreich - Tabelle Entwicklung der Rebflächen

Veränderungen 2017 bis 2022

Gegenüber 2017 hat sich die Rebfläche um 1.787 Hektar verringert (4%). Grüner Veltliner steht mit 32,5% der Gesamtfläche und nahezu 50% der Weißweinsorten an der Spitze. Bei den Rotweinsorten dominiert Zweigelt gefolgt von Blaufränkisch und Merlot. Die größten Aufsteiger waren Chardonnay, Goldmuskateller, Merlot, Muscaris und Sauvignon Blanc, die größten Absteiger Blauer Portugieser, Müller-Thurgau, St. Laurent und Welschriesling. Die 5 Top-Sorten:

Österreich - die Top-5-Rebsorten

Rebsorten

Die wichtigsten Sorten; die Qualitätswein-Rebsorten im Vergleich 2017 mit 2022:

Rebsorte
österreichischer
Hauptname

in Österreich
zulässige Synonyme

Farbe

 HA
2022

  %
2022

 HA
2017

  %
2017

Grüner Veltliner Weißgipfler weiß 14.549 32,5 14.423 31,0
Zweigelt Blauer Zweigelt, Rotburger rot 6.130 13,7 6.426 13,8
Welschriesling - weiß 2.882 6,4 3.338 7,2
Blaufränkisch - rot 2.597 5,8 3.009 6,5
Weißer Riesling Riesling, Rheinriesling weiß 2.040 4,6 1.986 4,3
Chardonnay Morillon (Steiermark) weiß 1.934 4,3 1.618 3,5
Weißer Burgunder Pinot Blanc, Klevner weiß 1.873 4,2 1.971 4,2
Sauvignon Blanc Muskat-Sylvaner weiß 1.692 3,8 1.248 2,7
Muskateller Gelber M., Roter M. / Muscat Blanc weiß 1.480 3,3 864 1,9
Müller-Thurgau Rivaner weiß 1.273 2,8 1.788 3,8
Merlot - rot 806 1,8 724 1,6
St. Laurent - rot 596 1,3 732 1,6
Blauer Burgunder Pinot Noir, Blauer Spätburgunder rot 590 1,3 616 1,3
Cabernet Sauvignon - rot 572 1,3 589 1,3
Blauer Wildbacher - rot 520 1,2 459 1,0
Blauer Portugieser - rot 483 1,1 1.263 2,7
Blauburger - rot 460 1,0 742 1,6
Muskat-Ottonel - weiß 319 0,7 357 0,8
Grauer Burgunder Pinot Gris, Ruländer weiß 313 0,7 226 0,5
Scheurebe Sämling 88 weiß 303 0,7 357 0,8
Roesler - rot 274 0,6 238 0,5
Traminer Gewürztraminer, Roter T., Gelber T. weiß 264 0,6 284 0,6
Neuburger - weiß 253 0,6 497 1,1
Frühroter Veltliner Malvasier weiß 244 0,5 367 0,8
Bouvier - weiß 210 0,5 220 0,5
Roter Veltliner - weiß 191 0,4 195 0,4
Syrah Shiraz rot 152 0,3 153 0,3
Rotgipfler - weiß 112 0,3 119 0,3
Cabernet Franc - rot 98 0,2 75 0,2
Blütenmuskateller - weiß 89 0,2 - -
Muscaris - weiß 86 0,1 - -
Zierfandler Spätrot weiß 62 0,1 78 0,2
Souvignier Gris - weiß 61 0,1 - -
Rathay - rot 42 0,1 35 0,1
Goldmuskateller - weiß 40 0,1 - -
Goldburger - weiß 37 0,1 98 0,2
Furmint - weiß 27 0,1 11 -
Sylvaner Grüner Sylvaner weiß 24 0,1 38 0,1
Goldmuskateller - rot 9 - - -
Jubiläumsrebe - weiß 3 - 6 -
andere Sorten - - 1.046 2,3 1.370 2,9

WEISSE SORTEN

weiß

30.300

68

31.145

67,0

ROTE SORTEN

rot

14.428

32

15.370

33,0

GESAMT

 

 

44.728

46.515

 

Weinkategorien / Qualitätsstufen

Die ab 2009 gültige EU-Weinmarktordnung brachte grundlegende Änderungen der Qualitätsstufen. Die neuen EU-konformen Bezeichnungen g.g.A. (geschützte geographische Angabe) und g.U. (geschützter Ursprung) wurden in Österreich verboten, um die Verbraucher nicht zu verwirren und die alten Bezeichnungen Landwein und Qualitätswein/Prädikatswein beibehalten. Die drei Stufen sind (die ersten zwei gelten als eine):

  • Wein ohne engere Herkunftsangabe (früher der nun verbotene Begriff Tafelwein)
  • Wein mit Rebsorten und/oder Jahrgangsangabe
  • Landwein (Verwendung von g.g.A. ist nicht zulässig)
  • Qualitätswein und Prädikatswein (Verwendung von g.U. ist nicht zulässig)

Wein ohne Sorten- und/oder Jahrgangsangabe - Wein aus Österreich:

  • maximal dreifacher Durchschnitts-Hektarertrag
  • keine sonstigen Anbau- und Produktionsregeln
  • in geringem Ausmaß Weinfehler wie z. B. leichter Böckser erlaubt

Wein mit Sorten- und/oder Jahrgangsangabe - Wein aus Österreich

  • im Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern
  • Hektar-Höchstertrag 10.000 kg Trauben bzw. 7.500 l Wein (siehe unten bei Ertrag)
  • zumindest 3,5 g/l Gesamtsäure
  • Qualitätswein-Rebsorten sowie andere durch länderspezifische Verordnung
  • Sortenangabe ausschließlich für oben angegebene Qualitätswein-Rebsorten
  • Mindestalkoholgehalt 8,5% vol
  • maximale Anreicherung 2%

Landwein

  • Trauben aus einer Weinbauregion; nur diese ist als Herkunft zulässig
  • Hektar-Höchstertrag 10.000 kg Trauben bzw.7.500 l Wein (siehe unten bei Ertrag)
  • nur Qualitätswein-Rebsorten
  • zumindest 14 °KMW Mostgewicht
  • Alkoholgehalt max. 13,5% vol bei Weißwein, max. 14,5% vol bei Rotwein
  • zumindest 4 g/l Gesamtsäure
  • Süßung auf maximal 15 g/l

Qualitätswein

  • positive sensorische und analytische Prüfung = Staatliche Prüfnummer
  • Trauben aus einem Weinbaugebiet (Herkunft bei DAC ist spezifisches Weinbaugebiet, andere Qualitätsweine nur generisches Weinbaugebiet)
  • Herstellung in der Weinbauregion des Weinbaugebietes oder angrenzender Region
  • nur Qualitätswein-Rebsorten
  • Hektar-Höchstertrag 10.000 kg Trauben bzw. 7.500 l Wein (siehe unten bei Ertrag)
  • zumindest 15 °KMW Mostgewicht
  • zumindest 9% vol vorhandener Alkoholgehalt (Prädikatswein 5% vol)
  • zumindest 4 g/l Gesamtsäure
  • Süßung auf maximal 15 g/l

Kabinett

  • höhere Qualitätsweinstufe (im Gegensatz zu Deutschland kein Prädikatswein)
  • zumindest 17° KMW
  • maximal 12,9% (13% bis 2016) vol Alkoholgehalt maximal 4 g/l Restzucker bzw. 9 g/l

Prädikatsweine

Gemäß EU-Recht ebenfalls ein Qualitätswein, da es offiziell nur die drei erwähnten Qualitätsstufen gibt. Es dürfen aber traditionelle Bezeichnungen weiterverwendet werden, was auch von anderen Ländern wie z. B. Deutschland, Italien (DOC und DOCG) und Spanien (DO und DOCa) genützt wird. Nach österreichischem Weinrecht ist ein Prädikatswein somit eine höhere Stufe des Qualitätsweins. Es gibt die sechs Prädikatsweintypen Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese bzw. Ausbruch, Strohwein und Eiswein. Allgemeine Bestimmungen sind:

  • muss allen Qualitätsweinbestimmungen entsprechen
  • Restzucker darf nur durch Gärungs-Unterbrechung erzielt werden
  • Süßung oder Anreichern ist nicht zulässig
  • Alkoholgehalt zumindest 5% vol
  • ab Auslese Traubengut mit überreifen, edelfaulen und eingetrockneten Beeren (Botrytis)

Spätlese

Zumindest 19 °KMW; vollreife Trauben.

Auslese

Zumindest 21 °KMW; vollreife, ausgelesene Trauben.

Beerenauslese

Zumindest 25 °KMW; überreife und/oder edelfaule Trauben.

Ausbruch

Zumindest 27 °KMW, ausschließlich edelfaule, überreife und eingetrocknete Beeren. Die Bezeichnung darf nur für den Ruster Ausbruch verwendet werden.

Trockenbeerenauslese

Zumindest 30 °KMW; edelfaule, eingeschrumpfte Trauben.

Strohwein

Seit 2002 ist alternativ auch die Bezeichnung Schilfwein zulässig. Zumindest 25 °KMW Mostgewicht. Muss aus vollreifen und zuckerreichen Beeren produziert werden, die vor dem Keltern mindestens drei Monate auf Stroh, Schilf gelagert oder an Schnüren aufgehängt waren. Gemäß einer Gesetzes-Novellierung im Jahre 2002 kann aber das Lesegut auch bereits nach zwei Monaten abgepresst werden, wenn ein Mostgewicht von zumindest 30 °KMW erreicht ist. Bei Nicht-Erreichen der Mostgrade kann (muss) der Wein als Qualitätswein vermarktet werden.

Eiswein

Zumindest 25 °KMW. Die Trauben werden in gefrorenem Zustand gekeltert und gepresst. Bei Nichterreichen der Mostgrade kann (muss) der Wein als Qualitätswein vermarktet werden.

spezielle Weintypen

Es gibt eine Reihe spezifischer Bezeichnungen bzw. Weintypen mit weingesetzlichen Vorgaben. Das sind Auswahl, Ausstich, Classic (Klassik), Dreikönigswein, Gespritzter, Leopoldiwein, Jubiläumswein, Jungfernwein (Erste Lese), Martiniwein, Messwein, Nikolowein, Primus (Erster), Premium, Reserve (Große Reserve, Grande Reserve), Selection (Selektion, Grande Selection), Stefaniwein, Tradition und Weihnachtswein. Weitere Weintypen sind:

Bergwein

Für Landwein und Qualitätswein dann zulässig, wenn die Weintrauben von Terrassenlagen oder Steillagen mit einer Hangneigung von über 26% (45 Grad) stammen.

Heuriger

Bezeichnung für Wein unabhängig der Qualitätsstufe aus ausschließlich in Österreich geernteten Trauben und in Österreich hergestellt. Der Wein darf jedoch nur bis spätestens 31. Dezember des auf die Ernte folgenden Jahres an Wiederverkäufer und bis 31. März des darauffolgenden Jahres an den Verbraucher abgegeben werden. Heuriger ist aber auch die in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für Buschenschank.

Sturm

Geschützte Bezeichnung für einen zum Teil vergorenen Traubenmost. Der vorhandene Alkoholgehalt muss mindestens 1,0% und kann bis 10% vol betragen.

Gemischter Satz

Dieser ursprungsgeschützte Begriff ist innerhalb der EU ausschließlich Österreich vorbehalten. Wiener Gemischter Satz ist ein DAC-Wein im Weinbaugebiet Wien.

Biowein

Die Herstellung unterliegt zumindest den Richtlinien gemäß EU-Öko-Verordnung, sowie gegebenenfalls den oft noch strengeren Regeln von verschiedenen Bioverbänden. Die österreichische Dachorganisation ist Bio Austria. Österreich verfügte 2021 über 6.976 Hektar Rebflächen (das sind rund 15% der Gesamtfläche), die biologisch bewirtschaftet werden und liegt weltweit im Spitzenfeld (siehe dazu die Tabelle oben und unter Biologischer Weinbau).

Sekt Austria

Ab Jahrgang 2015 wurde eine Sekt-Qualitätspyramide mit den drei Stufen „Klassik“, „Reserve“ und „Große Reserve“ eingeführt und ab Jahrgang 2022 auf „Sekt Austria“, „Sekt Austria Reserve“ und „Sekt Austria Große Reserve“ geändert.

wichtige weinrechtliche Bestimmungen

Das österreichische Standardwerk bezüglich Weinrecht ist „Weingesetz“ (Manz-Verlag), das in der 2012 erschienen 5. Auflage 818 Seiten umfasst. Es bietet eine Darstellung des gesamten Weinrechts inklusive aller Verordnungen und EU-Bestimmungen. Weiters gibt es die elektronische Datenbank RIS (Rechtsinformationssystem) mit unter anderem weinrechtlichen Beiträgen (siehe dazu auch unter Weingesetz und EU-Verordnungen).

Mostgewicht

Für jede Qualitätsstufe gibt es ein Mindest-Mostgewicht (siehe oben).

Ertrag

Das oben angeführte System INVEKOS hatte auch Einfluss auf die maximal zulässigen Hektarerträge. Die Hektarhöchsmenge darf nun 10.000 kg Weintrauben oder 7.500 l Wein betragen (vorher 9.000 kg Trauben bzw. 6.750 l Wein). 1,33 kg Trauben ergibt somit 1 l Wein. Das Landwirtschaftsministerium kann auf Antrag des Nationalen Weinkomitees die Hektarhöchstmenge für die Ernte eines Jahres durch Verordnung um bis zu 20 % senken oder erhöhen, falls dies die klimatischen oder weinwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für dieses Jahr erfordern.

Für Wein ohne Rebsorte/Jahrgang maximal der dreifache Durchschnitts-Hektarertrag eines Betriebes; für alle übrigen Qualitätsstufen gilt ein maximaler Hektarertrag von Kilogramm Trauben bzw. Liter Wein. Wird die Höchstmenge überschritten, muss die gesamte Erntemange eines Jahrgangs als Wein ohne Rebsorten- oder Jahrgangsbezeichnung vermarktet werden. Die Ertragsmengen müssen mittels Erntemeldung der BKI (Bundeskellereiinspektion) mitgeteilt werden, diese nimmt auch eine Kontrolle auf Einhaltung vor.

Herkunft

Bei Wein (ohne Rebsorte/Jahrgang) darf nur EU oder Österreich, beim Landwein muss die Weinbauregion angegeben werden, kleinere Einheiten (Weinbaugebiet, Großlage, Gemeinde) sind nicht zulässig. Ab Qualitätswein dürfen nähere Herkünfte (Weinbauregion, Weinbaugebiet, Großlage, Gemeinde, Ried in Verbindung mit Gemeindenamen) dann verwendet werden, wenn der Wein zu 100% aus dem angegebenen Bereich stammt.

Jahrgang

Eine Angabe ist nur bei Wein ohne Rebsorte/Jahrgang nicht zulässig. Bei den übrigen Qualitätsstufen muss der Anteil zumindest 85% des angegebenen Jahrganges betragen. Süßungsmittel, Dosage zählen nicht zu den 15%. Bei im nächsten Jahr (Jänner oder später) geerntetem Eiswein ist das vorangegangene Jahr anzugeben.

Rebsorten

Eine Angabe ist nur bei Wein (ohne Rebsorte/Jahrgang) nicht zulässig. Bei den übrigen Qualitätsstufen muss der Anteil zumindest 85% der angegebenen Rebsorte betragen. Bei zwei oder mehreren Rebsorten dürfen die Namen nach ihrem Mengenanteil in absteigender Reihenfolge dann angegeben werden, wenn diese in Summe 100% ergeben. Die Angabe sortenrein ist nur dann erlaubt, wenn der Wein zu 100% aus der angegebenen Rebsorte stammt. Bei Spätlesen und Auslesen müssen die Rebsorte(n) angegeben werden.

Das Mischen von Trauben, Maische, Most oder Wein aus Rotwein- und Weißweintrauben ist nur bei Wein ohne Jahrgangs/Sortenangabe erlaubt. Diese Weine dürfen dann aber nicht als Rotwein oder Weißwein, sondern nur als „Wein aus Österreich“ bezeichnet werden.

Zuckergehalt

Österreich hat die Angabe für den Restzucker-Gehalt am Etikett verpflichtend festgelegt. Als trocken gilt ein Wein mit maximal 4 g/l (früher extra trocken) oder mit maximal 9 g/l wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 2 g/l niedriger als der Restzucker ist. Bei z. B. 8 g/l sind das zumindest 6 g/l Gesamtsäure. Die übrigen sind halbtrocken mit 12 g/l oder 18 g/l, wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 10 g/l niedriger ist, lieblich mit höherem Wert als für halbtrocken aber maximal 45 g/l, sowie süß mit zumindest 45 g/l. Weingesetzlich nicht relevant sind herb und österreichisch trocken.

Süßung (Erhöhung Restzucker)

Wein mit und ohne Rebsorte/Jahrgang darf um maximal 4% vol Alkoholgehalt gesüßt werden; dies sind ca. 68 g/l Restzucker, was ca. 5 °KMW entspricht. Hingegen dürfen Landwein und Qualitätswein bis maximal 15 g/l Restzucker gesüßt werden. Landwein und Qualitätswein kann bis zu maximal 15 g/l unvergorenem Zucker gesüßt werden. Dies kann durch Zusatz von Traubenmost, Konzentriertem Traubenmost oder (was selten erfolgt) RTK (Rektifiziertem Traubenmost) erfolgen. Saccharose ist als Süßungsmittel verboten. Bei Kabinett- und Prädikatswein ist Süßung prinzipiell nicht zulässig.

Anreichern (Erhöhung des natürlichen Alkoholgehalts)

Darf bei allen Weinarten um maximal 2% vol Alkoholgehalt mit zugelassenen Mitteln erfolgen. Nach erfolgter Anwendung sind bei Landwein und Qualitätswein maximal 18 g/l Restzucker zulässig (früher 15 g/l). Der Alkoholgehalt darf bei Wein ohne und mit Rebsorte/Jahrgang für Weißwein auf maximal 12%, bei Rotwein auf maximal 12,5% vol; bei weißem Landwein oder Qualitätswein bis maximal 13,5% vol; sowie bei rotem Landwein und Qualitätswein bis maximal 14,5% vol Alkoholgehalt erfolgen. Bei Kabinett und Prädikatswein ist Anreichern prinzipiell nicht zulässig.

Institutionen und Gremien

Wichtige Institutionen, Gremien, Behörden und Forschungs-Anstalten, die im Zusammenhang mit Weinbau forschende, organisierende, kontrollierende, publizistische oder ausbildende Funktionen wahrnehmen sind unter anderem BKI (Bundeskellerei-Inspektion), Klosterneuburger Weinbauinstitut, ÖWM (Österreich Wein Marketing), Silberberg (Weinbauinstitut) und Weinakademie Österreich (siehe dazu auch unter Weinbau-Institutionen).

Einflussreiche Weinautoren bzw. Weinkritiker sind Christa Hanten, Helmut O. Knall, Walter Kutscher, Peter Moser, Michael Prónay, Peter Schleimer, Viktor Siegl und Rudolf Steurer. Sie wirken in vielen Weinmagazinen und Weinführern wie A la Carte - Magazin für Trink- und Esskultur, Falstaff Wein Guide Österreich/Südtirol, Gault Millau, Kutschers Kostnotizen, Vinaria Weinguide und Wine-Guide-Austria / Wine-Times (siehe dazu auch unter Literatur).

Österreich Landkarte: © Goruma 
Flagge: Gemeinfrei, Link 
Wappen: Gemeinfrei, Link
Österreich generische und spezifisch
e Weinbaugebiete: ÖWM - Österreich Wein Marketing GmbH.
Rebsorten: Ursula Brühl, Doris Schneider, Julius Kühn-Institut (JKI)
Tabelle Rebflächen-Entwicklung und Weinbuch: Norbert F. J. Tischelmayer

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aktuell 167.489 Weine und 25.097 Produzenten, davon 3.302 klassifizierte Produzenten.
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