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Regionen

Umfassende Beschreibung aller europäischen Anbaugebiete, ihrer Rebsorten, Traditionen und gesetzlichen Regeln mit Karten.

Anbaugebiete in Piemont 86 Anbaugebiete

Piemont - Beschreibung

Die Region Piemont (ital. Piemonte) mit der Hauptstadt Turin liegt im äußersten Nordwesten Italiens. Mit über 25.000 km² Landfläche ist sie nach Sizilien die zweitgrößte. Die Anfänge des Weinbaus gehen auf das keltische Volk der Tauriner (die der Hauptstadt den Namen gaben) und auf die Ligurer zurück. Die Römer kannten zwar bereits Piemonteser Weine (unter anderem aus Gattinara), aber der Universalgelehrte una auch als Weinautor tätige Plinius der Ältere (23-79) erwähnt keinen einzigen in seiner Liste der besten antiken Weine. Erst im Mittelalter wurden die in erster Linie von den Klöstern produzierten Weine von hier bekannt, als Minnesänger die ausgezeichnete Qualität rühmten. Der westliche Teil wurde im 11. Jahrhundert zur Mark Turin und diese kam durch Heirat unter die Herrschaft Savoyens. Piemont und damit auch der Weinbau stand viele Jahrhunderte unter französischem Einfluss. Mitte des 13. Jahrhundert wurde erstmals die Bezeichnung „Piemont“ verwendet, was sich vom französischen Pié de monte (am Fuße der Berge) ableitet. Die Piemonteser Rebflächen befinden sich größtenteils am Fuße der Alpen und Apenninen beiderseits des breiten oberen Po-Tales. Erst im Jahre 1815 wurde Piemont dem Königreich Sardinien angegliedert und kam schließlich mit diesem gemeinsam 1861 zum Vereinigten Königreich Italien.

Stadt Asti - Provinz Asti - Piemont

Die Weinberge umfassen 47.500 Hektar Rebfläche. Ein großer Teil liegt in hügeligem Gebiet in sonnereichen Hanglagen. Die wichtigsten Weinbaugebiete bzw. Gemeindebereiche sind Asti, Carema, Canavese, Caluso, die Vercelli- und Novara-Berge und die qualitativ als beste Lagen geltenden Hügel von Monferrato und Langhe bei Alba. Es gibt weit über hundert zugelassene Rebsorten (im 19. Jahrhundert waren es sogar noch knapp 400), viele davon sind autochthon. Die wichtigsten Weißweinsorten sind Arneis, Chardonnay, Erbaluce, Cortese, Favorita (Vermentino), Moscato od. Moscato Bianco (Muscat Blanc), Pinot Bianco (Pinot Blanc), Pinot Grigio (Pinot Gris) und Sauvignon (Sauvignon Blanc).

Die wichtigsten piemontesischen Rotweinsorten sind Albarossa, Avanà, Avarengo, Barbera mit rund 50% der Gesamtfläche, Bécuet (Persan), Bonarda Piemontese, Brachetto (Brachetto del Piemonte), Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Chatus (Neret Pinerolese), Croatina, Doux d’Henry, Erbaluce, Freisa, Grignolino, Grisa Nera, Malvasia di Casorzo, Malvasia di Schierano, Merlot, Nebbiolo (Chiavennasca, Spanna), Neretta Cuneese, Neretto (Neretto di Bairo), Pelaverga (Cari), Pelaverga Piccolo, Pinot Nero (Pinot Noir), Ruchè, Syrah, Quagliano, Uva Rara (Bonarda Novarese) und Vespolina.

Neben der Region Toskana liefert Piemont die meisten Spitzenweine Italiens und rittert mit dieser um den ersten Platz als Spitzenweingebiet. Über Dreiviertel der Produktion entfällt auf Rotweine. Vor allem die von bestimmten Produzenten gekelterten DOCG-Rotweine Barbaresco und Barolo aus der Nebbiolo-Traube begründeten den Ruhm. Auch bei diesen gab es noch französischen Einfluss, denn der „Geburtsvater“ dieser zwei Weine war der französische Önologe Louis Oudart. In der Neuzeit leisteten die drei berühmten Weinmacher Angelo Gaja, Bruno Giacosa und Giacomo Bologna auf seinem Weingut Braida bedeutende Entwicklungsarbeit. Piemont nimmt in mehrfacher Hinsicht eine führende Rolle ein. Hier erfolgt die mengenmäßig größte Schaumwein-Produktion. Die Region ist auch das Wermutland Italiens und der Welt, hier wurde dieser Wein „erfunden“. Und Piemont hat außerdem mit 42 DOC- und 16 DOCG-Zonen die meisten Qualitätswein-Bereiche (es gibt keine IGT-Bereiche):

In diesem Bereich finden Sie
aktuell 141.002 Weine und 22.913 Produzenten, davon 2.210 klassifizierte Produzenten.
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